Suedtirol

Märchenhaftes Apfelland

Als eine geschichtsträchtige Region, in der man vor spektakulärer Kulisse wandern, Ski fahren und toll Essen gehen kann, kennt man Südtirol. Zugleich ist es aber auch Europas größtes zusammenhängendes Anbaugebiet für Obst.

Das alpine Klima Südtirols bietet für die Landwirtschaft beste Voraussetzungen. Zu den wichtigsten Früchten zählen die Äpfel: Jährlich werden hier rund sechs Milliarden Stück geerntet! Das macht die Besucher neugierig, und so gibt es inzwischen für Reisende viele Möglichkeiten, Südtirol auch als Apfelland besser kennenzulernen.

Spannende Einblicke in Geschichte und Innovationen bietet zum Beispiel das Obstbaumuseum in Lana. Untergebracht ist es in Gemäuern, die teilweise auf das 14. Jahrhundert zurückgehen. Hier erfahren die Besucher, dass Apfelbäume auf den Südtiroler Höfen schon seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich dazugehören – aber erst durch den Bau einer Eisenbahnlinie über den Brenner wurde der Export möglich. So begann Ende des 19. Jahrhunderts ein neues Apfelzeitalter. Dank moderner Technik vermag man heute die Ernte auch vor den klimatischen Herausforderungen zu schützen. Viele Blüten – und infolgedessen viele Äpfel – würden im Frühjahr dem Frost zum Opfer fallen, wenn man nicht ein geniales Schutzsystem entwickelt hätte. Sobald Frost droht, wird auf den Plantagen eine Beregnung mit hauchfeinen Wassertröpfchen eingeschaltet. Indem sie durch die kalten Temperaturen zu Eis erstarren, entsteht Kristallisationswärme. So sind die Apfelblüten in einem kleinen Eispanzer vor dem Eis geschützt!

In Natz, wo ein Apfelwanderweg mitten durch weitläufige Plantagen führt, findet jedes Jahr Anfang Oktober ein großes Apfelfest statt. Eine Apfelkönigin wird gekürt, es gibt einen Umzug, bei dem eine riesige Krone aus unzähligen Äpfeln durch den Ort gefahren wird, und den traditionellen Anschnitt des Apfelstrudels.
Auch in einigen Hotels und Pensionen dreht sich alles um die paradiesische Frucht. Auf dem Torgglerhof im Passeiertal, wo Sepp Pichler neben einem Obstgarten von einem Hektar auch ein 3-Sterne-Haus führt, bekommen Gäste nach fünf Jahren einen eigenen Apfelbaum, dessen Früchte sie im Herbst selbst ernten oder später zu einem persönlichen Apfellikör verarbeiten lassen können. Einblicke in das landwirtschaftliche Leben gewinnen Besucher auf dem Häuslerhof in Natz, wo Familie Delazer Äpfel und Wein anbaut, aber auch einige Ferienwohnungen eingerichtet hat. Konrad Delazer, Landwirt und gelernter Koch, ist seit 2008 auch geprüfter Mountainbike-Guide und bietet Touren durch das Apfelhochplateau an.

Zu den Umweltpreisträgern der Region Trentino gehört der Sandwiesen-Hof in Gargazon; ein Klimahaus, das ausschließlich mit eigenen Energiequellen betrieben wird. Für den Bau inmitten von Obstwiesen wurden biologische Materialien verwendet, und begrünte Dächer sollen dafür sorgen, dass der Natur das zurückgegeben wird, was der Mensch durch die Grundfläche des Hauses für sich beansprucht: Ein schönes Sinnbild dafür, wie in Südtirol das Leben in die Natur eingebunden ist. Südtiroler Äpfel bringen eine der schönsten Seiten dieser wunderbaren Region direkt zu uns!

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