Kinderstube für Küchenkräuter

Ganzjährig frische Kräuter aus regionalem Anbau – Wie geht das eigentlich? Ein Besuch beim Kräuter-Experten Johannes Dick.

 

In Bornheim bei Bonn gedeihen auch im kältesten Winter frische, duftende Jungpflanzen. Auf  40.000 Quadratmetern stehen hier Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Basilikum, Thymian, Petersilie und Schnittlauch in verschiedenen Wachstumsstadien. Das Erfolgsre-zept von Johannes Dick, der den Betrieb 1984 gegründet hat, ist die Vorkultur der jungen Pflanzen im Freiland. „Das ist eine Besonderheit, die nur wir machen“, verrät der Gärtner: „Wir nutzen die war-men, hellen Sommer- und Herbsttage, um Pflanzen zu produzieren, die wir dann bei einem leichten Wind- und Wetterschutz in Warte-stellung halten können.“ Während dieser „Wartezeit“ wachsen die Pflänzchen nicht weiter, sondern behalten einfach die Kraft und Qualität, die sie in wärmeren Tagen entwickelt haben. Werden sie dann gebraucht, dann nehmen Dick und seine Mitarbeiter sie aus ihrem geschützten, kühlen Ruheplatz und stellen sie in ein Gewächshaus, wo sie sich entfalten und wachsen können, bis sie eine Größe erreicht haben, mit der sie verkauft werden können.Warum dieser Aufwand? Könnte man nicht von Anfang an auch im Gewächshaus aussäen oder Stecklinge ziehen? Ganz einfach, erklärt Dick: „Das Besondere sind die ätherischen Öle.“ Die entwickeln sich nämlich viel besser, wenn die Jungpflanze unter freiem Himmel von der Sommer- oder Herbstsonne beschienen wurde. Pflanzen, die ursprünglich aus dem Freiland kommen, sind aromatischer als solche, die immer nur im Gewächshaus waren. Während ihrer Wachstumsphase werden die Kräuterpflanzen mit großer Sorgfalt und Umsicht gepflegt. Da gibt es zum Beispiel lange Rohre, die über den Pflanzen Wärme erzeugen: So erwärmen sich die Blätter, was Feuchtigkeit und die Entwicklung von Pilzen verhindert. Neu ist eine Absaugtechnik, mit der Schädlinge von den Pflanzen ferngehalten werden. Beide Maßnahmen sind eine moderne Alternative zum Einsatz von Schutzmitteln, wie man sie früher genutzt hat, heute aber vermeidet. Ob Petersilie zu Kartoffeln,  Rosmarin und Thymian zum Braten, Salbei zum Fisch oder Basilikum auf der Pasta: Dank des Einsatzes von Johannes Dick ist es möglich, all diese leckeren Kräuter auch aus regionalem Anbau ganzjährig zu genießen! (JT)

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