Ausgabe 06/2018

Geschenkeregen, Geschenkesegen und Geschenkesorgen

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Wochen breitet sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit ein Infekt aus, gegen den man sich kaum wehren kann: das Geschenkefieber. Zunächst sind da natürlich die Pflichtgeschenke, ohne die ganz schnell der Haussegen schief hängt. Je nach Lebenslage gehen sie an Partner/Partnerin, Kinder, Eltern, Schwiegereltern. Geschwister? Freunde? Kollegen? Sicher, das ist  verhandelbar. Aber hat erst mal einer den Kreislauf begonnen, hängen wir gleich alle mit drin. Also wird auch hier geschenkt, was das Zeug hält.

Vor ein paar Jahren veranstalteten wir im Freundeskreis ein „Hausgräuel-Wichteln“. Jeder brachte zum Wichteln irgendeine Scheußlichkeit mit, die er irgendwann einmal bekommen hatte und nicht wieder losgeworden war. Das sorgte für viele Lacher – plötzlich aber auch für betretenes Schweigen. Einer der Freunde hatte nicht mehr daran gedacht, dass er den klobigen Flaschenöffner, den er in die Runde gab, ein paar Jahre  zuvor von einem anderen bekommen hatte, der jetzt auch mit dabei war. Im nächsten Jahr sind wir wieder dazu übergegangen, „richtige“ Geschenke zu machen. Geht es Ihnen ähnlich? Dann haben wir in diesem Jahr einen Tipp für Sie. Schenken Sie doch mal Zeit! Die Zeit, die es braucht, etwas selber zu machen. Das kann Marmelade sein, ein liebevoll gekochtes Essen oder ein toller  Aufstrich. Schon haben Sie ein Geschenk zur Hand, das Freude macht, Kreativität verrät und Ihnen garantiert nicht beim Wichteln ein paar Jahre später wieder über den Weg läuft. Frohe Festtage!

Ihr Michael Roos